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Was ist Specialty Coffee? Alles, was du über Spezialitätenkaffee wissen musst

Du hast den Begriff schon hundertmal gehört. Auf Kaffeeverpackungen, in Röstereien, auf Café-Schildern. Aber was steckt eigentlich dahinter? Was ist Specialty Coffee wirklich – und warum macht das einen Unterschied für das, was du jeden Morgen in die Tasse bekommst?

Die kurze Antwort: Specialty Coffee ist kein Marketingversprechen, sondern eine klar definierte Qualitätskategorie. Mit messbaren Standards, internationalen Kontrollinstanzen und einem Bewertungssystem, das keinen Raum für Schönrednerei lässt.

Die lange Antwort? Fangen wir von vorne an.


Ein Begriff, der die Kaffeewelt verändert hat

Die Geschichte des Specialty Coffee beginnt im Jahr 1974 – und mit einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war. Erna Knutsen, Kaffee-Einkäuferin in San Francisco, beschrieb im Tea & Coffee Trade Journal erstmals Kaffeebohnen, die sie „specialty coffee" nannte: Bohnen mit einem einzigartigen Geschmacksprofil, das durch außergewöhnliche geografische und klimatische Bedingungen entsteht.

Was damals wie ein nischiges Konzept klang, sollte eine ganze Industrie neu ausrichten. Knutsen gilt heute als eine der Gründerinnen der modernen Specialty-Coffee-Bewegung – und in einer Zeit, in der Frauen in vielen Röstereien nicht einmal zum Cupping zugelassen wurden, ist das nicht nur kaffeegeschichtlich bedeutsam.

1982 folgte ein weiterer Meilenstein: die Gründung der Specialty Coffee Association of America (SCAA), der Vorgängerorganisation der heutigen Specialty Coffee Association (SCA). Ihr Auftrag: Qualitätsstandards für Spezialitätenkaffee entwickeln, Wissen teilen und die gesamte Lieferkette vom Feld bis in die Tasse stärken. Aus dieser Arbeit entstand ein System, das bis heute maßgeblich ist – das SCA-Cupping-Protokoll.


80 Punkte oder nichts: Das Bewertungssystem hinter Specialty Coffee

Wenn du verstehen willst, was Specialty Coffee von allem anderen unterscheidet, musst du verstehen, wie Kaffee bewertet wird.

Dafür nutzt die SCA ein standardisiertes 100-Punkte-System, das zertifizierte Prüferinnen und Prüfer – sogenannte Q-Grader – anwenden. Das Verfahren heißt Cupping: eine präzise, sensorische Verkostung unter kontrollierten Bedingungen, bei der jede Kaffeeprobe systematisch auf zehn Kriterien geprüft wird.

Die zehn Bewertungskriterien

Q-Grader testen bei jeder Probe:

  • Aroma & Duft (trocken und nass)
  • Geschmack (Flavor)
  • Nachgeschmack (Aftertaste)
  • Säure (Acidity – ob sie lebendig, ausgewogen oder unangenehm ist)
  • Körper (Body – die Textur im Mund)
  • Balance (Wie harmonisch spielen alle Elemente zusammen?)
  • Gleichmäßigkeit (Uniformity – sind alle fünf Tassen einer Probe konsistent?)
  • Sauberkeit (Clean Cup – keine störenden Fremdnoten)
  • Süße (Sweetness)
  • Gesamteindruck (Overall)

Jedes Kriterium wird auf einer Skala von 6 bis 10 bewertet. Am Ende werden die Punkte summiert – und hier liegt die entscheidende Grenze:

Kaffee, der 80 Punkte oder mehr erreicht, gilt als Specialty Coffee.

Alles darunter? Kommerzieller Kaffee.

Die Punkteskala im Überblick

Punktzahl Kategorie
90 – 100 Outstanding (Außergewöhnlich)
85 – 89,99 Excellent (Hervorragend)
80 – 84,99 Very Good (Sehr gut)
60 – 79,99 Kommerzieller Kaffee

Bei Black Hat Coffee haben wir von Anfang an entschieden, ausschließlich mit Kaffees ab 85 SCA-Punkten zu arbeiten. Das ist kein Zufall, sondern Grundsatz – und du findest diese Bohnen in unserer Heritage Collection.


Geisha Cupping

Null Toleranz für Defekte: Die Qualität des Rohkaffees

Bevor überhaupt ein Q-Grader einen Löffel ansetzt, muss der Rohkaffee (Green Coffee) bestimmte physische Kriterien erfüllen – und hier ist die SCA ebenfalls sehr präzise.

Geprüft wird auf Defekte. Es gibt zwei Kategorien:

Primärdefekte – vollständiger Ausschluss: schwarze Bohnen, schimmelige Bohnen, Fremdkörper. Bei 350 g Rohkaffee darf kein einziger Primärdefekt vorhanden sein.

Sekundärdefekte – maximal fünf erlaubt: gebrochene Bohnen, beschädigte Schalen (Parchment), Bohnen mit Überreife oder Insektenschäden.

Dazu kommt der Feuchtigkeitsgehalt der Rohbohnen, der innerhalb eines definierten Bereichs liegen muss. All das wird protokolliert, bevor die Bohnen überhaupt geröstet werden.

Das klingt aufwendig – ist es auch. Und genau das ist der Grund, warum echte Specialty-Produzenten kein Massenprodukt liefern können. Selektivpflücke, sorgfältige Aufbereitung und strenge Qualitätskontrolle sind untrennbar mit dem Begriff verbunden.


Inna macht cupping

Wer sind Q-Grader – und warum solltest du ihnen vertrauen?

Q-Grader sind zertifizierte Kaffeeprofis, ausgebildet vom Coffee Quality Institute (CQI). Die Zertifizierung umfasst mehrere Tage intensive Prüfungen: von blinder Sortenidentifikation über sensorische Wahrnehmung bis hin zum korrekten Anwenden des SCA-Cupping-Protokolls.

Das macht Q-Grader zu den verlässlichsten Bewertungsinstanzen in der Kaffeebranche. Wenn eine Rösterei oder ein Importeur angibt, dass ein Kaffee 86, 88 oder 92 Punkte erzielt hat, steht dahinter in aller Regel das Urteil eines Q-Graders – und damit ein internationaler Standard, kein subjektives Bauchgefühl.

Kaffees mit 90 Punkten oder mehr gehören zu einer eigenen Liga. Sie erreichen selten den freien Markt, werden in limitierten Kleinstmengen geröstet und tauchen regelmäßig auf internationalen Kaffeemeisterschaften auf.


Cupping auswahl

Specialty, Fine Commercial und kommerzieller Kaffee: Was ist der Unterschied?

Viele Menschen kennen nur zwei Kategorien: guter Kaffee und schlechter Kaffee. Die Realität ist etwas differenzierter.

Kommerzieller Kaffee macht über 90 % der globalen Kaffeeproduktion aus. Hier geht es um Menge, Effizienz und niedrige Rohstoffkosten. Qualitätsmängel werden durch kräftige Röstungen oder Blends kaschiert. Der Kaffee, der in Supermarkt-Vakuumpackungen landet oder in Kapseln abgefüllt wird, stammt fast ausschließlich aus dieser Kategorie.

Fine Commercial ist eine Grauzone, die in der Branche zunehmend anerkannt wird: Kaffees, die auf dem Cupping 80 Punkte oder mehr erzielen – aber Defekte im Rohkaffee aufweisen. Sie sind besser als kommerzieller Kaffee, erfüllen aber nicht vollständig die SCA-Anforderungen für Specialty. Interessant als Einstieg, aber kein Endpunkt.

Specialty Coffee steht am Ende einer langen Kette bewusster Entscheidungen: selektive Ernte reifer Kirschen, sorgfältige Aufbereitung, transparente Herkunft, keine Primärdefekte, mindestens 80 SCA-Punkte. Und oft steckt dahinter ein Produzent, der seinen Kaffee mit echtem Engagement anbaut – weit entfernt von anonymen Massenplantagen.

Ein Farmer kann auf derselben Farm übrigens beide Kategorien produzieren: Was die Specialty-Kriterien nicht erfüllt, wandert in den kommerziellen Kanal – manchmal direkt zu den Großkonzernen.


Max wasser

Warum gilt nur Arabica als Specialty Coffee?

Wenn du eine Specialty-Rösterei besuchst, wirst du fast ausschließlich auf Arabica treffen. Das hat einen Grund: Die offiziellen SCA-Standards beziehen sich aktuell ausschließlich auf Arabica-Bohnen.

Das bedeutet nicht, dass Robusta minderwertig ist. Es gibt durchaus qualitativ hochwertige Robusta-Sorten, für die eigene Bewertungssysteme existieren – etwa das Bewertungsprotokoll des CQI für Robusta (auch bekannt als R-Grader-System). Aber der Begriff „Specialty Coffee" im strengen Sinn ist heute ein Arabica-Begriff.

Arabica wird in der Regel auf größeren Höhen angebaut, bei kühleren Temperaturen, mit langsamerer Reifezeit – und das schlägt sich in einem komplexeren, nuancierteren Geschmacksprofil nieder. Fruchtigkeit, florale Noten, Süße, Säure: Diese Charakteristika sind typisch für gut angebaute Arabicas aus Äthiopien, Kolumbien, Guatemala oder Honduras.


Die SCA: die Organisation hinter dem Standard

Die Specialty Coffee Association (SCA) ist heute die einflussreichste Non-Profit-Organisation der globalen Kaffeeindustrie. 2017 entstand sie aus der Fusion von SCAA und SCAE (Specialty Coffee Association of Europe) – ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Specialty-Bewegung international vernetzt hat.

Ihre Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Lieferkette: Farmbesitzer in Äthiopien, Importeure in Hamburg, Röstereien in Berlin, Baristi in London. Die SCA entwickelt Standards, organisiert Weltmeisterschaften (wie die World Barista Championship), bildet aus und fördert Forschung rund um Kaffeequalität.

Für den deutschen Kaffeemarkt ist das besonders relevant: Europa ist laut aktuellen Marktdaten mit einem Anteil von über 46 % der weltweiten Specialty-Coffee-Markterlöse die größte Region für Spezialitätenkaffee – noch vor Nordamerika.


Was bedeutet Specialty Coffee für dich als Kaffeekonsument?

Specialty Coffee heißt nicht, dass du komplizierte Zubereitungsrituale beherrschen oder ein Kaffee-Nerd werden musst. Es heißt: mehr Geschmack, mehr Transparenz, mehr Verbindung zum Produkt.

Wenn auf einer Verpackung steht, woher die Bohnen stammen, wer sie angebaut hat und wie sie aufbereitet wurden – dann ist das ein Zeichen. Wenn eine Rösterei ihre Punktzahlen ausweist und erklärbar macht, warum ein Kaffee nach roter Beere schmeckt oder eine lebhafte Zitrusnote hat – dann steht dahinter ein Standard, dem du vertrauen kannst.

Bei Black Hat Coffee arbeiten wir ausschließlich mit Specialty Coffee, der mindestens 85 SCA-Punkte erzielt hat. Ob du unsere Bohnen als Espresso zubereitest oder als Filter – du weißt, was drin ist. Und du schmeckst es. Schau dich gerne in unserer Heritage Collection um.



Fazit: Specialty Coffee ist kein Hype – es ist ein Maßstab

Specialty Coffee ist keine Modeerscheinung und kein leeres Versprechen. Es ist ein durchdachtes, international anerkanntes System, das die gesamte Kaffeekette erfasst – vom Anbaugebiet über die Aufbereitung bis in die Rösterei und in deine Tasse.

Erna Knutsen hat 1974 einen Begriff geprägt, der heute mehr bewegt als sie sich damals vielleicht vorstellen konnte. Die SCA hat aus dieser Idee einen globalen Standard gemacht. Und Q-Grader auf der ganzen Welt setzen täglich diese Standards um – damit du weißt, was du kaufst.

Wenn du das nächste Mal eine Packung Kaffee in der Hand hältst: Schau nach der SCA-Punktzahl. Lies, woher der Kaffee kommt. Frag nach der Aufbereitung. Das ist kein Snobismus – das ist Respekt vor einem Produkt, hinter dem echte Arbeit steckt.


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