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Neue Ursprünge mischen den Mikrolot-Markt auf

Kolumbiens Krone wackelt – warum neue Ursprünge den Mikrolot-Markt aufmischen

Jahrzehntelang war die Sache klar: Wer Mikrolots wollte – also jene handverlesenen Kleinstchargen von außergewöhnlicher Qualität und Traceability – schaute nach Kolumbien. Das Land war quasi Synonym für Specialty Coffee. Doch die Branche dreht sich, und wer heute die Karten neu mischt, findet Namen wie Costa Rica und Nicaragua ganz oben auf dem Tisch.

Warum Kolumbien unter Druck gerät

Kolumbien hat ein strukturelles Problem, das sich über Jahrzehnte unbemerkt aufgebaut hat: Rund 95 % der kolumbianischen Kaffeebauern bewirtschaften weniger als 1,5 Hektar Land. Das macht die Qualität zwar oft außergewöhnlich persönlich – aber die Infrastruktur leidet. Aufwendige Aufbereitungsanlagen, kontrollierte Fermentationen, skalierbare Experimente: all das kostet Geld und Fläche, die viele Kleinbauern schlicht nicht haben.

Zentralamerikanische Produzenten – allen voran aus Costa Rica und Nicaragua – haben hier in den letzten Jahren massiv aufgeholt. Größere Farmen, mehr Investitionen in Verarbeitungstechnik und eine wachsende Bereitschaft, zu experimentieren, machen ihre Lots für Röster attraktiver – und das oft zu günstigeren Preisen.

Gleichzeitig verändert sich, wie Kaffeekäufer denken. Es geht nicht mehr nur darum, dass ein Kaffee kolumbianisch ist. Es geht darum, was im Glas ist.

Kolumbien erfindet sich trotzdem neu

Das klingt nach einem Abgesang – ist es aber nicht. Kolumbien hat eine bemerkenswerte Transformation durchgemacht: von der Hochburg des klassisch gewaschenen Kaffees hin zum wohl experimentierfreudigsten Ursprung der Welt. Co-Fermentationen, Naturverarbeitungen, Varietäten-Experimente – bei internationalen Awards dominieren kolumbianische Lots in den experimentellen Kategorien. Wer Grenzen des Möglichen im Glas sucht, wird in Kolumbien nach wie vor fündig.

Was das mit unserer Heritage Collection zu tun hat

Genau das spiegelt unsere Heritage Collection wider: Ursprünge, die etwas zu sagen haben – mit Geschichte, mit Eigencharakter, mit handwerklichem Können hinter jeder Tasse.

Colombia – Milan, not from Italy: Unser kolumbianischer Kaffee zeigt, wohin die Reise geht. Culturing Fermentation als Aufbereitungsmethode – das ist Kolumbien, das sich traut, alte Muster zu brechen und neue Geschmackswelten zu öffnen.

Costa Rica – Year 1: Juicy Honey Aufbereitung aus Costa Rica. Genau das, wovon der Markt gerade redet: ein Land mit wachsenden Betrieben, investierter Infrastruktur und einem Qualitätsanspruch, der sich immer mehr mit dem kolumbianischen messen kann.

Nicaragua – Java Nica: Red Honey, gepaart mit der Robustheit der Java-Varietät. Nicaragua ist einer der Newcomer, der sich in der Specialty-Welt still und leise nach oben gearbeitet hat – und Java Nica ist ein perfektes Beispiel dafür.

Die Krone liegt nicht fest

Ursprünge kommen und gehen in der Gunst der Specialty-Welt – nicht weil die Qualität verschwindet, sondern weil andere aufholen. Das ist kein Verlust. Das ist der Beweis dafür, dass guter Kaffee keine Heimat braucht, sondern Menschen, die ihn mit Sorgfalt anbauen.

Unsere Heritage Collection ist genau für diesen Moment gemacht: für Kaffeetrinker, die keine Herkunft romantisieren wollen, sondern verstehen, was im Glas passiert – und warum es so schmeckt, wie es schmeckt.


Alle drei Ursprünge gibt es in unserer Heritage Collection. Wer noch tiefer in die Welt der Mikrolots eintauchen möchte, findet in unserer Filterkaffee-Kategorie weitere spannende Lots – viele davon auch als Bundle erhältlich.

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