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Warum Natural-Kaffee süßer schmeckt als Washed-Kaffee

Wer sich schon einmal intensiver mit Specialty Coffee beschäftigt hat, ist früher oder später auf zwei Begriffe gestoßen: Natural und Washed. Beide bezeichnen unterschiedliche Methoden der Kaffeeaufbereitung – und beide beeinflussen den Geschmack in der Tasse auf sehr unterschiedliche Weise.

Die auffälligste Beobachtung dabei: Natural-Kaffee schmeckt fast immer süßer. Aber warum ist das so? Steckt dahinter mehr als nur ein Bauchgefühl? Die Antwort lautet: Ja – und die Wissenschaft dahinter ist überraschend faszinierend.

Was ist der Unterschied zwischen Natural und Washed?

Bevor wir in die Chemie einsteigen, kurz zur Grundlage: Bei der Natural-Aufbereitung (auch Trockenaufbereitung genannt) wird die Kaffeekirsche nach der Ernte als Ganzes auf Hebebetten oder Betonböden getrocknet. Das Fruchtfleisch verbleibt während des gesamten Trocknungsprozesses um das Kaffeebohnenkern – manchmal wochenlang.

Bei der Washed-Aufbereitung (Nassaufbereitung) wird das Fruchtfleisch hingegen sofort nach der Ernte mechanisch oder durch Fermentation entfernt. Das Bohneninnere wird gewaschen und dann getrocknet.

Dieser scheinbar simple Unterschied im Prozess hat dramatische Auswirkungen auf den Geschmack.

Ist Natural-Kaffee wirklich süßer? Der Beweis

Man kann diesen Unterschied sogar ohne Röstung nachweisen. Legt man grüne Rohkaffeebohnen aus beiden Aufbereitungen in heißes Wasser, schmeckt das Wasser der Natural-Bohnen deutlich süßer – fast wie leicht gezuckertes Wasser. Das Wasser der Washed-Bohnen hingegen erinnert eher an Gras oder frisches Heu.

Hinweis: Dieser Versuch ist nur theoretisch gedacht. Grüner Rohkaffee sollte nicht getrunken werden, da er in den Anbauländern an der Luft getrocknet und nicht thermisch behandelt wird.

Die Wissenschaft dahinter: Was passiert mit dem Zucker?

Zuckergehalt bei Natural-Kaffee bleibt stabil

Kaffee enthält von Natur aus zwischen 5 und 9 % Saccharose – je nach Anbaubedingungen und Varietät. Bei der Natural-Aufbereitung bleibt dieser Gehalt weitgehend erhalten, und das hat einen physiologischen Grund:

Während der Trocknung verdunstet zunächst die Feuchtigkeit aus dem Fruchtfleisch. Um diesen Wasserverlust auszugleichen, wandert Feuchtigkeit aus dem Bohneninneren in das Fruchtfleisch. Dabei werden auch im Wasser gelöste Zuckermoleküle mitgezogen. Das System versucht jedoch, ein Gleichgewicht herzustellen – und so wandern Zucker aus dem Fruchtfleisch zurück in die Bohne. Per Saldo bleibt der Zuckergehalt damit nahezu konstant.

Washed-Bohnen bereiten sich auf die Keimung vor

Bei der Nassaufbereitung passiert etwas Überraschendes: Wenn das Fruchtfleisch durch Fermentation entfernt wird, reagiert die Bohne, als würde sie keimen wollen. Irgendein Mechanismus im Fruchtfleisch – möglicherweise ein Hemmhormon oder schlicht die physische Präsenz der Frucht – verhindert normalerweise die Keimung. Ohne diesen Schutz ändert sich der Stoffwechsel der Bohne.

Für die Keimung braucht die Bohne Energie – und diese Energie gewinnt sie aus dem Abbau von Zucker. Das Ergebnis: Der Saccharosegehalt sinkt bei Washed-Kaffee im Vergleich zur Natural-Aufbereitung messbar.

Mehr als nur Süße: Wie Aufbereitung das gesamte Aromaprofil prägt

Natural: Fruchtig, komplex, mit Körper

Durch den langen Kontakt des Bohneninneren mit dem Fruchtfleisch dringen beim Natural-Processing Ester in die Bohne ein – flüchtige Verbindungen, die durch Gärprozesse im Fruchtfleisch entstehen. Diese Ester verflüchtigen sich beim Rösten nicht vollständig und tragen maßgeblich zu dem charakteristisch fruchtigen, weinartigen oder beerigen Geschmack bei, den viele Natural-Kaffees aufweisen.

Zudem trägt ein spezifischer Ester namens Ethylbutyrat dazu bei, die Wahrnehmung von Süße zu verstärken – auch wenn der eigentliche Zucker während der Röstung größtenteils abgebaut wird. Hinzu kommen Furane, die bei der Karamellisierung entstehen und das Süßempfinden ebenfalls intensivieren.

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Oder unser Berlin – Special Filter, Extended Natural, Honduras: Extended Natural bedeutet noch mehr Kontakt zwischen Bohne und Fruchtfleisch – das Ergebnis ist ein Kaffee mit außergewöhnlicher Süße und Körper.

Washed: Klar, komplex, aromatisch

Was Washed-Kaffees an Süße verlieren, gewinnen sie anderswo: Der Keimungsmetabolismus erhöht die Konzentration bestimmter Aminosäuren in der Bohne. Aminosäuren sind entscheidende Vorläufer von Aromastoffen – sie reagieren beim Rösten zu einer Vielzahl von Geruchs- und Geschmacksmolekülen. Das Ergebnis sind oft komplexere, floraler und nuancenreichere Aromaprofile, die in Washed-Kaffees zu finden sind.

Entdecke unseren Prime Time Filter – Rwanda: Ruandische Washed-Kaffees sind bekannt für ihre beeindruckende aromatische Klarheit – Tee-artig, floral, mit einer langen, sauberen Nachsweetness.

Und wenn du beide Welten vereint erleben möchtest, schau dir unseren Eureka! Filter/Omniroast – Guatemala an – ein vielschichtiger Kaffee, der sich zwischen Klarheit und Fülle bewegt.

Fermentierte Aufbereitungen: Das Beste aus beiden Welten?

Die Specialty-Coffee-Welt geht längst noch einen Schritt weiter. Fermentierte Aufbereitungen wie Anaerobic Natural oder Honey-Prozesse versuchen, gezielt in den Gärungsprozess einzugreifen und so neue Aromen zu entwickeln.

Unser First Contact – Special Filter, Yeast Fermentation, Colombia ist ein perfektes Beispiel dafür: Durch kontrollierte Hefen-Fermentation entstehen Ester-Profile, die weit über das hinausgehen, was klassische Natural-Aufbereitung ermöglicht – komplex, fruchtig, außergewöhnlich.

Ähnlich arbeitet unser Milan, not from Italy – Special Filter, Culturing Fermentation, Colombia: Ein experimenteller Kaffee, der Gärkultur als Handwerk versteht.


Natural vs. Washed: Was passt zu dir?

Natural Washed
Süße Hoch Mittel
Fruchtigkeit Stark (Beeren, Tropenfrucht) Zitrus, Blüten
Körper Vollmundig Leicht bis mittel
Komplexität Intensiv Nuanciert, klar
Typische Länder Äthiopien, Brasilien, Honduras Ruanda, Kolumbien, Guatemala

Fazit: Die Aufbereitung ist kein Detail – sie ist der Kaffee

Die Art, wie eine Kaffeekirsche nach der Ernte behandelt wird, entscheidet maßgeblich darüber, was später in deiner Tasse landet. Süße, Körper, Fruchtigkeit, Aromakomplexität – all das wird in hohem Maß durch Natural vs. Washed geprägt, noch bevor eine einzige Bohne geröstet wurde.

Bei Black Hat Coffee glauben wir daran, dass Specialty Coffee so individuell ist wie ein Maßanzug – und die Aufbereitung ist der Stoff, aus dem er geschnitten wird. Entdecke unser Filterkaffee-Sortiment und finde deinen perfekten Match.

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